Öffentlichkeitsarbeit - aber richtig

zusammengestellt von
Steffen-Michael Eigner
Öffentlichkeitsreferent im
Fechtclub TSF Ditzingen 1893 e.V. seit 1993 und freier Mitarbeiter der Leonberger Kreiszeitung seit 1997

Spreu und Weizen
Welche Infos wirklich wichtig sind

Eine Vereinsrubrik in der Lokalzeitung oder dem amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde ist eine feine Sache - für die Vereine und für alle Leser, die sich für Vereinsarbeit interessieren. Trotzdem gibt es manchmal lange Gesichter: Bei Schriftführern, wenn ihre Berichte spät und heftig gekürzt abgedruckt werden. Und bei Redakteuren, wenn sie viel zu lange Texte zeitaufwendig bearbeiten müssen. Deshalb einige Tipps, die beiden Seiten die Arbeit erleichtern sollen.

Hauptversammlungen
Rückblicke auf das vergangene Jahr sollten Sie vermeiden. Meist handelt es sich ja um Höhepunkte, die im Laufe des Jahres schon aktuell erschienen sind. Das gilt auch für nochmalige Zusammenfassungen sportlicher Erfolge.

Begrüßung
Dass Gäste begrüßt sein wollen, ist klar und muss in einem Bericht nicht eigens erwähnt werden.

Totengedenken ...
... sind wichtig, aber es gehört eben auch zu den Regularien. Bitte weglassen, wenn nicht auch eine konkrete Person genannt wird. Wenn es sich dabei um einen langjährigen Vorsitzenden handelt, ist meist schon kurz nach seinem Tod ein aktueller Nachruf erschienen.

Wert legen ...
... sollten Sie in ihrem Bericht auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen, Kassenlage sowie Neuerungen, Satzungsänderungen, Beitragserhöhungen, Bauvorhaben oder andere wichtige Projekte, ebenso auf Wahlergebnisse sowie Ehrungen und Auszeichnungen. Informativ ist auch ein kurzer Ausblick auf die nächsten Vorhaben des Vereins. Sollte die Liste der Geehrten sehr umfangreich sein, fassen Sie die doch in einen eigenen kurzen Text. Bitte nennen Sie immer Vor- und Nachnamen sowie Grund der Ehrung.

Ausflüge
Bitte beschreiben Sie nicht die komplette Anfahrtsstrecke. Viel wichtiger ist, aus Ihrem Reiseprogramm einige Höhepunkte herauszugreifen und die Stimmung herüberbringen. Keinesfalls ausführliche Texte über Stadtgeschichte oder Beschreibungen, wie sie in Reiseführern nachzulesen sind, abliefern. Halten Sie Halbtagsausflüge textlich deutlich kürzer als mehrtägige Fahrten.

Ständchen...
... sind eine schöne Sache, aber sie wirken eigentlich nur, wenn man Sie auch anhören kann. Wenn Sie dennoch davon berichten, bitte nicht jeden Liedtitel einzeln aufzählen. Beschränken Sie sich auf einige besondere Wunschtitel. Schildern Sie lieber die Stimmung und vielleicht die Reaktion des Jubilars oder stellen Sie ihn näher vor.

Jahresfeiern und Feste
Hier gilt für die einzelnen Programmpunkte dasselbe, wie beim Punkt Ständchen. Auf keinen Fall jede einzelne Vorführung auflisten. Lieber Höhepunkte herausgreifen, und diese genauer beschreiben. Bitte auch bei Theateraufführungen auf ausschweifende Inhaltsangaben verzichten.

Der "Chef" ...
... eines Vereins ist nicht der Vorstand, sondern der (erste) Vorsitzende. Vorstand heißt das ganze Gremium.

Manuskripte ...
... bitte nicht handschriftlich einreichen, sondern per Schreibmaschine oder am Computer verfassen. Das erleichtert den Mitarbeitern in der Texterfassung die Arbeit und hilft Schreibfehler vor allem bei Namen zu vermeiden. Noch besser, Sie schicken den Text per E-Mail. Das lässt sich ohne Abtippen verarbeiten.

Fotos
Wenn Sie gute Fotos von Ihren Vereinsaktivitäten haben, senden Sie sie ruhig der Redaktion zum Abdruck mit. Voraussetzung: Die Personen sind gut zu erkennen, die Aufnahme ist scharf, das Motiv liegt nicht im Dunkeln. Digitalfotos sollten eine ausreichende Auflösung haben und nicht eingebaut in Ihren Text, sondern immer als separate JPG-Datei übermittelt werden.

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Kommunikation ist die halbe Miete

Redakteure planen Ihr Blatt frühzeitig. Oft ist das Layout für die Montagsausgabe bereits am Freitag aufgrund der am Wochenende anstehenden Termine fertig geplant und im Computersystem angelegt, damit man Sonntags mit wenigen Mitarbeitern in der Redaktion auskommt.
Wenn Sie einfach am Sonntag oder Montag einen Text faxen, ist die Seite meist schon mit anderen Themen verplant. Und spätestes am Mittwoch ist ein Bericht vom Spiel am Samstag für eine Tageszeitung kalter Kaffee. Kündigen Sie also der Redaktion eine Veranstaltung oder einen Wettkampf rechtzeitig vorher an, dann haben Sie deutlich bessere Karten. Seien Sie zuverlässig. Wenn Sie mit dem Redakteur absprechen, ihm einen Artikel zukommen zu lassen, dann muss der auch termingerecht und in besprochener Länge bei ihm eingehen.

Laden Sie die Redaktion zu Ihren eigenen Veranstaltungen ein. Wenn deren Profi vor Ort ist, spart das Ihnen als Öffentlichkeitsreferent Arbeit. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn trotz Einladung niemand kommen sollte. Der Platz einer Zeitungsseite ist begrenzt. An ereignisreichen Tagen müssen Redakteure sich auf einige Veranstaltungen beschränken. Nicht aufgeben. Bestimmt finden Sie nächstes Mal Beachtung.

Lieber vorher als nachher

Vorberichte sind für Ihren Verein wichtiger als ein Bericht im Nachhinein. Vor allem, wenn sie für das Mitteilungsblatt der Gemeinde schreiben, sollten Sie lieber eine Ankündigung für das nächste Spiel schreiben. Sie wollen ja schließlich Zuschauer ins Stadion locken. Dafür können Sie ruhig darauf verzichten, das letzte Spiel, das ja schon mehrere Tage zurückliegt, ausführlich Revue passieren zu lassen. Das wurde ja ohnehin schon in der Lokalpresse behandelt. Das Resultat und der Tabellenplatz sollten in diesem Fall genügen.

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Formulieren eines guten Pressetextes

Zu allererst...
... sollten Sie die Vereinsbrille absetzen. Übertreibungen und das Unterschlagen "peinlicher'' Nachrichten sind tabu. Schreiben Sie über das Vereinsgeschehen nicht in der Wir-Form, sondern wie ein neutraler Beobachter.
Überlegen Sie, bevor Sie schreiben: Was haben Sie mitzuteilen? Wen interessiert das? Was interessiert daran? Mehr sollten Sie nicht schreiben, denn je kürzer ein Artikel ist, desto größer sind die Chancen, dass er auch gelesen wird. Sie sollten sich um Ihre Leser bemühen, nicht umgekehrt. Durch Kürzen werden Artikel sogar meist besser, nicht schlechter.


An die sechs "W" denken
Diese Fragen muss jeder Pressetext beantworten: Was ist geschehen? Wer war beteiligt? Wo geschah es? Wann geschah es? - Längere Artikel sollten außerdem darstellen: Warum geschah es? Wie passierte es?


Der klassische Aufbau
Der klassische Aufbau von Nachrichten folgt dem Prinzip einer umgekehrten Pyramide: Wichtigstes Faktum oder Besonderes, Höhepunkt des Geschehens oder Berichtsanlass an den Anfang. Danach sollten die unterstützenden Fakten genannt werden sowie interessante Details. Am Ende schließlich kommen die weniger bedeutenden Einzelheiten.


Die handelnden Personen
Nennen Sie Personen bei ihrer ersten Erwähnung im Artikel korrekt geschrieben und vollständig mit Vor- und Nachnamen, aber bitte immer ohne Anrede Herr oder Frau, oder gar Formulierungen wie unser Herr Meier. Für weitere Nennungen im Artikel reicht der Nachname. Vergessen Sie nicht, auch die Funktion- Vorsitzender, Trainer, Bürgermeister - der Personen bei ihrer ersten Erwähnung zu nennen.

Vermeiden Sie häufige Wiederholungen des Namens, indem Sie informative Umschreibungen verwenden: der 35-Jährige - das Stadtoberhaupt - die gebürtige Spanierin - der Weltmeister von 2001 - der Sohn des Olympiasiegers - der Zahnarzt aus Kornwestheim

Übrigens: der 35-Jährige aber der 35-jährige Mann (Deutschland, deine Groß- und Kleinschreibung...)

Verwenden Sie anstatt des Wortes Leute immer Menschen (oder Zuschauer, Publikum etc.). Schreiben Sie Senioren, und nicht Alte.


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Machen Sie mal 'n Punkt
Vermeiden Sie lange, verschachtelte Sätze, wohl gar mit Gedankensprüngen. Meist gibt es eine einfache Möglichkeit, einen Schachtelsatz in zwei bis drei kürzere Sätze zu zerlegen, Das Iässt sich einfacher lesen und ist verständlicher. Lassen Sie Floskeln und unnötige,
oft bedeutungslose Füllwörter weg.

In der zweiten Halbzeit verfiel die Mannschaft des TSV Hintertupfing allerdings wieder in ihren alten Fehler; einen Vorsprung über die Zeit retten zu wollen, obwohl Christian Maier, der noch in der vergangenen Saison für den FC Tupfing gespielt hat, kurz vor der Pause sein zehntes Saisontor geschossen und so für eine 1:0-Führung zur, Halbzeit gesorgt hatte, so dass folgerichtig zwei unglücklich abgefälschte Distanzschüsse das Team schließlich um drei wichtige Punkte gegen den Abstieg brachten.

Besser und drei Zeilen kürzer:

Das zehnte Saisontor von Christian Maier, vergangene Saison noch beim FC Tupfing, brachte den TSV Hintertupfing kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung. Doch in der zweiten Hälfte verfiel die Mannschaft wieder in ihren alten Fehler, einen Vorsprung über die Zeit retten zu wollen. So brachten zwei unglücklich abgefälschte Distanzschüsse das Team um drei wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Oft schleicht es sich ein
Versuchen Sie kurz aufeinander folgende Wortwiederholungen zu vermeiden. Suchen Sie Worte gleicher Bedeutung (Synonyme): Platz, Rang, Position, Nummer - Teilnehmer, Starter, Sportler, Athlet, Läufer. Viele Textverarbeitungsprogramme für Computer haben dafür eine Thesaurus-Funktion, die das Finden von Synonymen erleichtert.

Vermeiden Sie häufige Passivkonstruktionen: Zum zehnten Mal wird das Seefest vom Angelverein veranstaltet. Besser: Zum zehnten Mal veranstaltet der Angelverein sein Seefest.

Substantivierte Verben (von Zeitwörtern abgeleitete Hauptwörter (wie das Betreten, die Wanderung...) lassen sich oft schöner und kürzer durch ein aktives Verb ersetzen. Der Verein wandert (statt macht eine Wanderung).

Achten Sie bei Vereinsabkürzungen auf korrekte Grammatik: Die TSF (Turn- und Sportfreunde) schießen ein Tor. Der SV (Sportverein) schießt... Die SV (Sportvereinigung) schießt ....

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Unwörter ...
... gibt es Viele, und einige werden hartnäckig verwendet. Heißester Kandidat ist das Wort durchführen. Am besten, Sie streichen es völlig aus Ihrem Wortschatz, bevor Sie Feste irgendwann nicht mehr feiern, sondern nur noch durchführen. Auch: Die Feuerwehr übt.

Und nicht: Die Feuerwehr führt eine Übung durch.


Abkürzungen, Fachausdrücke
Verwenden Sie keine Abkürzungen: Schreiben Sie gegebenenfalls statt ggf., 13 Meter statt 13m, 40 Prozent statt 40%. Allgemein bekannte Abkürzungen, die als Eigennamen dienen (AIDS, SPD, CDU), sind erlaubt. Andere sollten Sie einführen, um sie im weiteren Text zu verwenden: Die Bürgerinitiative Neue Stadtmitte (BNS) erklärte... Weiterhin teilte die BNS mit.

Wenn es einen gängigen deutschen Ausdruck dafür gibt, sollten Sie Fremdwörter und "Denglisch" vermeiden. Verboten sind Fremdwörter aber nicht. Vor allem, um Wortwiederholungen (z.B. Mannschaft) aus dem Weg zu gehen, dürfen Sie durchaus mit gängigen Wörtern wie Team, Equipe arbeiten.

Fachausdrücke lassen sich nicht immer ganz vermeiden. Aber denken Sie daran, dass es viele Leser gibt, die sich in Ihrer Sportart nicht auskennen. Oft lässt sich ein Fachausdruck kurz mit zwei bis drei erklärenden Worten einfahren.


Zahlen und Nummern
Schreiben Sie Zahlen bis zwölf in Buchstaben, ab 13 in Ziffern, auch wenn es manchmal komisch aussieht: Meier, Müller, Schulze und Schmidt belegten nacheinander die Plätze elf, zwölf, 13 und 14. Auch bei Ordnungszahlen: der erste Vorsitzende, der zwölfte Platz, der 13. Platz. Spielstände sowie Zahlen mit Nachkommastellen sollten Sie in Ziffern schreiben: Die Mannschaft führt mit 3:1 Punkten (aber: mit zwei Punkten Vorsprung), eine Siegerzeit in 3:34 Minuten, eine Bestweite von 7,55 Metern. Denken Sie daran, die Maßeinheiten auszuschreiben.


Praktische Tipps zum Schluss
Stellen Sie eine Liste der Informationen auf (W-Fragen) · Setzen Sie die wichtigste Information nach vorne · Bringen Sie die weiteren Informationen in eine logische Reihenfolge · Schreiben Sie erst den Artikel, dann die Überschrift · Lesen Sie Ihren Artikel nochmals laut durch, um zu prüfen, ob er sich leicht und flüssig lesen Iässt.


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Unterschiedliche Arten von Medientexten

Meldungen
Meldungen sind immer einspaltig mit einer Länge von rund zehn bis 30 Zeilen. Sie beziehen sich auf das Wesentliche, wobei hier ganz wesentlich auf die sechs "W" (Wer, Was, Wann, Wo, Wie, Warum) geachtet werden muss.


Berichte
Berichte sind meist als zwei- oder dreispaltige Artikel aufgemacht. Zur Überschrift kommt oft noch eine Dachzeile oder eine Unterzeile, die meist von der Redaktion selbst gemacht wird. Überschriften sind ohnehin mit eine der schwierigsten Aufgaben.

Berichte haben meist einen so genannten Vorspann von in der Regel vier bis acht Zeilen, der eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte sein soll, die nachher im Text detailliert wieder erscheinen. Achtung: Im Vorspann wirklich nur in kurzer Form das Wichtigste. Er soll zum Lesen anregen.

Berichte sollen sachlich wiedergeben, was sich abgespielt hat oder was passieren wird (Vorschau). Kommentierende Sätze sind zu vermeiden, wobei allgemein gültige Wertungen (z.B.: Am Wochenende findet das allseits beliebte und größte Seefest der Region statt) durchaus verwendet werden dürfen.

Auch beim Bericht gilt: In der Kürze liegt die Würze! Manchmal können Berichte, um vollständig zu sein, wirklich recht umfangreich ausfallen. Dann sollte man alle unnötigen Floskeln weglassen, sich auf das Wesentliche beschränken und ggf. zwei oder mehrere Berichte daraus machen. Beispiel: Auf der Hauptversammlung wird neben üblichen Regularien der Bau eines Vereinsheimes beschlossen. Man kann diesen Punkt ausgliedern. Über den Bau des Vereinsheimes (Kosten, Bauzeit, Größe, Ausstattung usw.) wird ein extra Artikel verfasst, der dann neben dem Bericht über die Hauptversammlung erscheint.

Lebendige Berichte entstehen dadurch, dass man zwischendurch immer wieder wörtlich zitiert (aber bitte auch wörtlich und nicht nur ähnlich lautende Sätze in An- und Abführungszeichen setzen). Allerdings muss man die Sätze nicht von Anfang bis zum Schluss zitieren. So genügt zum Beispiel: Vorsitzender Meier meinte: "Ein Jahrhundertbauwerk." Wörtlich hatte Meier gesagt: "Unser neues Vereinsheim wird ein Jahrhundertbauwerk für unsere Gemeinde und unseren Verein."


Reportagen
Reportagen sind lebendige Schilderungen, etwa über die Ereignisse einer extremen Bergtour oder den Tagesablauf eines Bergarbeiters. Hier kommt es weniger auf nackte Fakten an, sondern darauf, dem Leser Anspannung und Gefahr in der eisigen Felswand oder Hitze, Dunkelheit und Schwere der Arbeit unter Tage nahe zu bringen.


Kommentare
Kommentare sind die persönliche Meinung des Schreibers zu einem bestimmten Bericht oder einer bestimmten Sache. Dabei ist zu beachten, dass es nicht gut ist, wenn man etwas kommentiert, nur weil man eine andere Meinung vertritt, mit der man gar alleine dasteht. Wenn die Mitglieder nahezu einstimmig den Bau des Vereinsheimes beschließen, wäre es sicher nicht gut, diese Entscheidung als falsch für den Verein zu kommentieren. Dagegen kann man kommentieren, dass der Vorstand bei der langfristigen Finanzierung von einer jährlichen Umsatz- und Mitgliedersteigerung ausgegangen ist, und dabei die Frage stellen, was passiert, wenn diese Steigerung nicht eintritt. Kommentare müssen nicht nur kritisch sein. Sie können neben Kritik auch loben, Fragen aufwerfen, zusätzliche Anregungen geben und bestätigen.

Ein Kommentar muss sich auch in der Aufmachung vom normalen Bericht abheben. Dies wird aber der Redakteur veranlassen. Möglicherweise wird eine andere Schriftart verwendet, der Text in einen Kasten gesetzt oder mit einem Raster unterlegt.


Glossen
Eine Glosse ist ein ironisch gemeinter Kommentar. Um bei unserem Beispiel vom Bau des Vereinsheimes zu bleiben, könnte man glossieren:

Der Tempel von Babylon wird gebaut. Ein Jahrhundertbauwerk. Doch was im Orient in mühsamer Handarbeit erst nach vielen Jahren fertig gestellt werden konnte, geschieht heute in Fertigbauweise während weniger Wochen. Doch auch die Könige müssen Hand anlegen. Das Volk muss das Geld bringen, die Fürsten werden regieren und die Knechte sollen davon profitieren. Alle werden zufrieden sein. Ob man allerdings in einigen Jahren die Denkmalschützer bemühen muss, bevor man den Abriss oder Umbau beschließen darf, weiß heute noch niemand...


Werbetexte
Werbetexte sind nötig bei Eigenprospekten (nichts anderes, als eine Imageanzeige des Vereins), Handzetteln oder Ausschreibungen (z.B.: Öffentlichkeitsreferent gesucht)

Ein Werbetext kann sein:

Ein junges, dynamisches Führungsteam sucht zur Erweiterung des Vorstandes einen Öffentlichkeitsreferenten, der in der Lage sein muss, der sportlichen Aufwärtsentwicklung des Vereins Rechnung zu tragen und diese Entwicklung auch der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Unser Verein gehört zu den wenigen im Kreis, die alle Verwaltungsaufgaben mit dem PC bewältigen, ziel- und leistungsorientiert arbeiten, der aber im Breitensport und bei der Geselligkeit die Nase genauso vorne hat.


Anzeigen
Sind kreativ, dürfen sogar provozierend sein. Flotte Sprüche sind gefragt, um den Leser anzuziehen: Toll, Sportlich, Fit - TSF Ditzingen


Kollektive
AnIässlich größerer Veranstaltungen oder Jubiläen gibt es in den Tageszeitungen Sonderveröffentlichungen, so genannte "Kollektive". Meist wird die Zeitungsseite ungefähr in der Mitte waagerecht geteilt. In der unteren Hälfte finden sich Anzeigen, in der oberen Hälfte ein redaktioneller Teil mit Artikeln und Bildern.

Ein Kollektiv ist eine hervorragende Möglichkeit, den Verein, die Sportart näher vorzustellen, braucht aber einige Wochen Vorlauf. Denn möglich wird die Sonderseite durch die Anzeigen der örtlichen Geschäftswelt, die dies manchmal ganz gerne nutzt, um hier gezielt zu inserieren. Mögliche Anzeigenkunden sollen aber NICHT vom Verein angesprochen werden, sondern von der Anzeigenabteilung der Zeitung. Sonst kann es heim nächsten Mal heißen: "Ich habe doch bei eurem Fest für 200 Euro inseriert. Und jetzt wollt ihr was für eure Tombola." Der Verein soll lediglich rechtzeitig der Zeitung Adressen möglicher Anzeigenkunden nennen.


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Den Verein ins richtige Bild setzen


Sowohl beim Fotografieren selbst, als auch beim Entwickeln und Verarbeiten ihrer Bilder sollten Sie einige wichtige Dinge beachten, damit Ihre Fotos von den Redakteuren auch berücksichtigt werden. Deshalb hier ein paar Tipps.

Keine "Erschießungsfotos"

Oft sieht man in Gemeindeblättern Bilder, auf denen ein Dutzend Personen mehr oder weniger steif vor einer Wand steht und in die Kamera grinst. Mannschaftsfotos sind eine schöne Sache für eine Vereinschronik am Jahresende oder um sie im Vereinsheim aufzuhängen. Leider sind sie ungeeignet für die tägliche Presse, die lebendige, aktive und "sprechende" Bilder braucht, die etwas von der Stimmung bei einer Veranstaltung rüberbringen und als Blickfang für die Leser dienen sollen. Diese "Erschießungsfotos", wie sie von den Profis scherzhaft genannt werden, sehen ja auch bei jeder Sportart irgendwie gleich aus. Und Sie wollen doch für gerade Ihre Sportart Interesse wecken.

Für die Zeitung empfiehlt es sich deshalb, Fotos aus dem Geschehen heraus zu machen, auch wenn dann nicht alle am Spiel, Ausflug oder Fest beteiligten Personen darauf zu sehen sind. Schauen Sie den Sportteil einer Tageszeitung einmal bewusst an. Dort ist nicht jeden Montag das Mannschaftsfoto des VfB Stuttgart zu sehen, sondern jeweils eine Actionszene aus dem Spiel. Das macht die Seite lebendig.

Das gilt auch für Fotos von Ausflügen. Fotografieren Sie lieber Wanderer, wie sie den Berg herauf stapfen, mit Landschaft im Hintergrund, anstatt die Ausflugsgruppe vor den Gepäckklappen des Reisebusses abzulichten.


Dennoch ein Tipp für gute Mannschaftsfotos: Wenn Sie die Personen vor eine Wand stellen und sich als Fotograf in den Raum, wirken die Bilder später flach und zweidimensional. Machen Sie es umgekehrt: Motiv in den Raum, Fotograf an die Wand. So bekommt das Foto Tiefe und Wirkung durch die leichte Unschärfe des weiter entfernten Hintergrunds.


Mitdenken lohnt sich
Schauen Sie bewusst durch den Sucher Ihrer Kamera. Viele machen den Fehler, dass Sie den Sucher nur zum Zielen benutzen, nicht aber zur Kontrolle des Bildausschnitts. Machen Sie sich klar: Was Sie im Rechteck ihres Suchers sehen, genau so wird Ihr Bild. Achten Sie nicht nur darauf, ob Sie Ihr Motiv im Sucher sehen, sondern auch wie.

Vor allem beim Fotografieren von nebeneinander stehenden Personen passiert Nicht-Profis häufig der Fehler, mit dem Zentrum des Suchers auf die Köpfe der Personen zu zielen. Folge: viel, leerer Platz in der oberen Hälfte des Bildes, dafür unten abgeschnittene Beine.

Wählen Sie das richtige Format - hoch oder quer - für Ihre Aufnahme. Und achten Sie darauf,

- dass Ihr Motiv den Sucher möglichst gut ausfüllt

- dass Sie keine Gliedmaßen abschneiden

- dass die Personen im Bild nicht von hinten, sondern von vorne zu sehen sind

Aber Sie dürfen durchaus mal Experimente wagen, zum Beispiel mit dem Teleobjektiv extrem dicht auf das Gesicht eines Sängers zoomen.


Geduld lohnt sich

Vor allem beim Fotografieren im Sport heißt es für den Fotografen Ruhe bewahren. Drücken Sie nicht gleich ab, wenn sich die Kontrahenten beim Boxen, Fechten, Judo nur gegenüber stehen. Das wird ein langweiliges Bild. Bleiben Sie mit dem Auge am Sucher und warten Sie auf die Aktion, wenn die Boxer zuschlagen, die Fechter angreifen und parieren, der Judoka beim Schulterwurf durch die Luft fliegt. Es braucht ein wenig Übung, den richtigen Moment erkennen zu lernen, aber Sie werden Bilder voller Leben und Dynamik machen.


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Mehr ist mehr
Weniger ist manchmal mehr, dieser Spruch gilt nicht für Pressefotografen. Oft verbrauchen die Profis auf einer Veranstaltung einen ganzen Film von 36 Aufnahmen oder mehr, wohl wissend, dass nur ein einziges Foto benötigt wird.

Diese scheinbare Verschwendung hat mehrere Gründe:

Qualität: Auch einem Profi gelingt nicht jedes Bild. Deshalb macht er mehr als nur eines, damit nachher auf jeden Fall ein gutes dabei ist.

Auswahl: Die Bildformate in einer Zeitung sind vielfältig. Flach und breit, hoch und schmal, quadratisch- fast alles ist möglich. Je mehr verschiedene gute Bilder, desto mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat der Redakteur für das Layout seines Blattes. Auch Ausschnitte aus einem Foto sind möglich.

Blickrichtung: Ein Redakteur platziert Bilder mit Personen immer so, dass deren Blick zur Seitenmitte geht. Vor allem, wenn ein Foto am Seitenrand ist, wirkt es unschön, wenn die Person darauf "aus der Seite hinausschaut".
Machen Sie also lieber ein paar Bilder zu viel, als zu wenig. Mit einer guten Digitalkamera kostet das sogar nicht mal mehr, weil sie ja die Bilder wieder löschen und die Speicherkarte wieder verwenden können.


Zentimeter, Zoll und JPG
Das Format ihrer Fotoabzüge sollte ausreichend groß sein. Wenn Sie also Ihren Film zum Entwickeln bringen, bestellen Sie die Abzüge mit 10x15 Zentimetern, besser noch 13x18 Zentimeter.

Für Digitalbilder gilt: Je höher die Auflösung desto besser. Wenn das Bild groß abgedruckt wird, wirkt es sonst matschig oder "pixelig". Wer die Bilder seiner Digitalcamera in den Computer lädt, sollte sie also nicht verkleinern. Wer Fotos mit dem Scanner in seinen PC einscannt, sollte bei einem Fotoabzug von 13x18 Zentimetern mindestens 150 dpi (dots per inch = Punkte pro Zoll) in seiner Scannersoftware einstellen (ergibt Bilder mit zirka 770x1060 Punkten). Bei kleineren Fotos eine größere Auflösung einstellen. Die Redaktion verarbeitet Fotos und Texte getrennt. Bitte die Bilder deshalb nicht in Word-Dokumente oder den E-Mail-Text einbauen, sondern immer als separate JPG-Datei im Anhang des E-Mails oder auf Diskette übermitteln.




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Ein guter Öffentlichkeitsreferent...

Denkt immer an die sechs "W" - Was, Wer, Wann, Wo, Wie, Warum

- Ist zuverlässig und hält Termine genau ein

- Liefert saubere Manuskripte ab (DIN A 4, Zeilenabstand 1,5-zeilig, maschinengeschrieben, Rand)

- Vermeidet Abkürzungen, Fremdwörter, Fachausdrücke

- Schreibt Namen vollständig und korrekt

- Meidet lange Sätze, schreibt kurz, aber präzise

- Informiert sich vorher über den Umfang

- Setzt beim Schreiben seine Vereinsbrille ab, keine Übertreibungen, keine Unterschlagung von "peinlichen" Nachrichten

- Ist über das gesamte Vereins-/Abteilungsgeschehen umfassend informiert

- Hat Hintergrundinformationen oder kann sie besorgen

- Hält Kontakt mit den Medien, kennt die Ansprechpartner, ist erreichbar

- Schreibt Zahlen bis "zwölf" in Buchstaben, ab "13" in Ziffern

- Spielt die Medien nicht gegeneinander aus

- Gehört im Verein zum engeren Vorstand

- Weiß mit seiner "Macht" umzugehen, missbraucht sie nie

- Wird von seinen Vorstandskollegen geschätzt

- Kümmert sich um die "gesamte" Öffentlichkeitsarbeit, nicht nur um Berichte/Nachrichten

- Lässt sich nie für ein anderes Amt wählen, weil er dann zwei Ämter hat und keinen Nachfolger findet


Übrigens...

Die
Leonberger Kreiszeitung verwendet die Schriftart &quo